Gedichte

Bezeichnung Wert
Titel
Gedichte
Untertitel
Herausgegeben von Thomas Bernhard
Verfasserangabe
Christine Lavant
Medienart
Sprache
Person
Verlag
Ort
Frankfurt am Main
Jahr
Umfang
88 S
Annotation
»Dieses Buch dokumentiert die Chronologie der Christine Lavant (1915–1973), die bis zu ihrem Tod weder Ruhe noch Frieden gefunden hat und die in ihrer Existenz durch sich selbst gepeinigt und in ihrem christlich-katholischen Glauben zerstört und verraten war; es ist das elementare Zeugnis eines von allen guten Geistern mißbrauchten Menschen als große Dichtung, die in der Welt noch nicht so, wie sie es verdient, bekannt ist. Diese Auswahl folgt nur meinem Verstand, keinem andern.« Thomas Bernhard
Altersbeschränkung
0

Beigefügte Werke

Aus solchen Tagen wird wohl kein Leben / Ich will das Brot mit dem Irren teilen / Auch der Mond müßte brechen in so einer Nacht / Stern, geh jetzt heim, mir zittert schon die Hand / Wenn du mich einläßt, bevor deine Hände erwachen /

Verschüttet von schwarzen und roten Gebirgen / Hol den Apfel aus der Schale / Der Mond nimmt zu und heilt sichaus / Ja, Herr ich glaube an Doppelwisser / Was mir vom ganzen Denken blieb / Hole von allen Gedächtnisstätten / Vergiß dein Pfuschwerk,

Während ich, Betrübte, schreibe / An jeden Knochen meines Rückgrats stellt / Du weißt nicht, wie das mühsam ist / Über so hauchdünnen Schlaf / Dieser Vogel verpfeift dich nie wieder ! / Ich habe dich in meinen Zorn getaucht ! /

Du hast mich aus aller Freude geholt / Wo treibt mein Elend sich herum ? / Meine Schwäche geht mit mir um / Schildkröte, Schlange und goldenes Schwert / Der Südwind rührt sich im Wald / So eine kopflose Nacht / Die Fremde aß des Gegengottes Haar /

Oft verliere ich mitten am Tage / Ich bin lau und ausgespieen / Baum in der Sonne, ohne Nest und Blatt / Auf allen Stufen meines Lebens haust / Ein Viertel Schlaf, drei Viertel Angst / Mit dem Schweiß ,der auch aus Steinen bricht /

Ich habe deinen und meinen Schatten / Mein Schatten kann über Wasser gehen / Traurigkeit hat mir die Lichter vertauscht / Nur des Schlafes wilder Nebenzweig / So eine wildfremde Sonne / Mit leisem Gelächter / Mein Augenlicht ist nichts mehr wert /

Schöpfer / Zwischen den vielen Stunden der Zeit / Trotzdem der Himmel ein Bleisarg wird / Verschriener Tod, für mich bist du schön / Jag doch den Stern mir fort / Die Schläfen füllen sich mit Föhn / Nun hast du auch mein Unglück noch verlegt /

Hinter meiner Rippenfalle / Herz, löse hier den Hausstand auf / Was zeigst du mir dein Muttermal / Blutrache haust in dem gelobten Land / Wenn du mich heimsuchen willst / Erlaube mir traurig zu sein/ In den Ohren Glockenglöppel /

Du mit, für mich, verriegeltem Mund / Wo ist mein Anteil, Herr, am Licht ?/ Ganz erblinden will ich , lieber Herr / weiter unter Annotation